Die Kräuterspirale – die besondere Art Kräuter anzubauen

Die Wirkungsweise der Kräuterspirale entsteht durch die unterschiedlichen Klimazonen innerhalb der Spirale. Diese Idee kommt aus der Permakultur und sieht vor, dass jede Pflanze die optimalen Umweltbedingungen erhält.
Beachtlich ist ebenfalls, dass in der Kräuterspirale wesentlich weniger Schädlinge auftreten als bei normalen Beeten. Durch das Zusammenleben der unterschiedlichen Heilkräuter auf engsten Raum werden Schädlinge abgewehrt.
Die Kräuterspirale wird das erste Mal im Mittelalter erwähnt. Auch rund um die heilige Hildegard von Bingen wird die Kräuterspirale angesiedelt. Die eigentliche Idee stammt aber aus der Permakultur, die auch „Nichts-tun-Landschaft“ genannt wird.

Bereiche der Kräuterspirale

Die Kräuterspirale wird in vier Klimabereiche eingeteilt.
Jeder Klimabereich hat eine besondere Eigenschaft hinsichtlich Oberflächentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Bodenbeschaffenheit. Die Kräuterspiralen-Bereiche sind:
* Wasserbereich
* Feuchtbereich
* Normalbereich
* Trockenbereich

Wasserbereich

Der Wasserbereich wird nach Süden ausgerichtet und besteht aus einem klein angelegten Teich. Die Aufgabe des Teichs ist die Reflexion des Sonnenlichts in Richtung der restlichen Kräuterspirale. Dadurch werden die Pflanzen mit ausreichend Licht versorgt. Zusätzlich wird durch den Teich die Luftfeuchtigkeit erhöht.

Feuchtbereich

Der Feuchtbereich der Kräuterspirale liegt sehr nahe am Wasserbereich. Daher weist der Boden in diesem Bereich eine relativ hohe Feuchtigkeit auf. Dies sind die optimalen Voraussetzungen für Schnittlauch, Zitronenmelisse und Pfefferminze. (Eine detaillierte Liste der Kräuter für den Feuchtbereich der Kräuterspirale finden Sie unter Punkt „Pflanzen und deren Bereich“)

Normalbreich

Im Normalbereich finden sich herkömmliche Kräuter, wie Kamille, Kümmel, Weinraute oder Koriander.

Trockenbereich

Auf der Spitze der Kräuterspirale wird der Trockenbereich installiert. Auf dem sandigen und kalkhältigen Boden werden Rosmarin, Oregano, Thymian und Salbei gepflanzt.

Bauanleitung für eine Kräuterspirale

Hier finden Sie eine Anleitung, wie Sie ihre eigenen Kräuterspirale bauen können.

Planung der Spirale:

Für Ihre Kräuterspirale benötigen Sie zwischen 2 und 3 m² Raum im Garten. Suchen Sie einen sonnigen Platz aus. Der Durchmesser berägt 2,5 bis 3,5 Meter.
Beachten Sie, dass die Kräuterspirale eine Nord-Süd Ausrichtung erhält, denn nur so können sich die unterschiedlichen Mikroklimen entwickeln. Die Höhe der Kräuterspirale beträgt zwischen 1 und 1,5 Meter. Der Zwischenraum zwischen dem Mauern soll zwischen 50 und 70 cm liegen. In der Mitte der Spirale ist ein Steinhaufen zu errichten. Dieser kann aus Steinen oder Bauschutt gebaut werden.
Dieser Punkt ist sehr wichtig, da durch die Steine in der Mitte eine Wärmespeicherung und Feuchtigkeitsregulierung erfolgt. Ebenso kann Regenwasser aus dem Trockengebiet an der Spitze der Kräuterspirale ablaufen.

Anweisungen zum Bau der Kräuterspirale:

Der Wasserbereich mit dem Teich liegt im Süden. Der Teich kann mit einer Teichfolie angelegt werden. Aber auch Plastikbehälter kann als Kräuterspiralen-Teich eingesetzt werden. Setzen Sie in diesen Teich aber bewußt ein paar Steine ein, die aus dem Wasser ragen. Diese Steine dienen als Wärmespeicher. Der Teich soll eine Tiefe zwischen 40 und 80 cm haben. Von diesem Wasserbereich werden dann die Mauern aufsteigend aufgebaut.
Die Mauern können aus Naturstein oder Ziegel bestehen. Naturstein gibt Ihrer Kräuterschnecke aber auch ein harmonisches Bild. Füllen Sie im Feuchtbereich am besten kompostierte Erde in Ihre Kräuterspirale. Beachten Sie, dass die Erde mit dem Wasser im Teich Berührung hat! Durch die Kapillarwirkung des Erdreiches kann besser Wasser in den Feuchtbereich der Spirale gelangen. Im darauf folgenden Normalbereich wird ein Erd-Sandgemisch verwendet. Zum Trockenbereich wird der Erdgehalt ders Gemisch dann immer geringer. So kann an der Spitze ein magerer Boden für die mediteranen Pflanzen gewonnen werden.

Pflanzen und deren Bereich in der Kräuterspirale

Die Pflanzen in der Kräuterspirale werden einerseits im Lauf der Sonne angepflanzt und nach den gewünschten Bodenverhältnissen.

Wasserbereich:
Brunnenkresse
Kalmus
Wasserminze

Feuchtbereich:
Kerbel
Petersilie
Schnittlauch
Melisse

Normalbereich:
Koriander
Kamille
Kümmel
Weinraute
Basilikum
Salbei (jedoch an der Grenze zum Trockenbreich)

Trockenbereich:
Thymian
Oregano
Lavendel
Rosmarin (an der Spitze der Spirala)

Willkommene und unwillkommene Tiere in der Kräuterspirale

Regenwürmer sind echte Freunde und dürfen in keiner Spirale fehlen. Regenwürmer lockern den Boden auf und sorgen so für eine gute Durchlüftung des Erdreichs. Auch wenn die Meinungen bei diesem Punkt auseinandere gehen – Ameisen sind ebenfall nützliche Gartentiere. Ohrwürmer, besonders der Gemeine Ohrwurm sollte in der Kräuterspirale ein willkommener Gast sein. Der gemeinde Ohrwurm frißt sehr gerne Blattläuse. Teilweise frißt der kleine Kerl aber auch Blütenteile an. Maulwürfe sind zwar sehr nützliche Tiere, aber im Garten nicht besonders beliebt. Mit einem Gitter können Sie sich vor diesem unwillkommenen Gast schützen.

Kräuterspiralen-Tipps

Die Ausrichtung Ihrer Kräuterspirale sollte annähernd Nord-Süd sein.
Pflanzen, die sehr hoch wachsen (Liebstöckl oder Beinwell), sollten eher nicht in der Kräuterspirale angepflanzt werden. Wer dies trotzdem wünscht sollte Sie aber im inneren Rand der Spirale posiitonieren.
Pflanzen, die starke Wurzelausläufer haben (z.B. Estragon) sollten nicht in der Kräuterspirale platziert werden.
Achten Sie beim Anlegen Ihrer Kräuterspirale darauf, dass Sie nicht zu breit wird, sonst wird es eventuell schwierig die Pflanzen im Inneren der Spirale zu ereichen.
Legen Sie Ihre Kräuterspirale am Besten im Frühling an. Auch im Herbst ist das Bauen möglich.
Düngen ist nicht wirklich notwendig.
Um sich vor Maulwürfen zu schützen, kann das Fundament der Kräuterspirale mit einem Gitter ausgelegt werden.

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